Warum Schuld und Scham so viel Macht über uns haben
Shownotes
Schuld und Scham gehören zu den Gefühlen, die viele von uns gut kennen. Sie begleiten uns im Alltag, beeinflussen unsere Entscheidungen und lassen uns manchmal an uns selbst zweifeln. Doch was, wenn diese Gefühle viel mehr über unsere Prägungen erzählen als über den Menschen, der wir heute sind?
In dieser Folge erfährst du ...
• warum Schuld und Scham zwei unterschiedliche Gefühle sind und welche Aufgabe sie ursprünglich hatten
• wie Erziehung, Kultur und gesellschaftliche Erwartungen diese Gefühle prägen können
• weshalb alte innere Maßstäbe oft unbemerkt unsere Entscheidungen beeinflussen
• warum Schuld und Scham häufig mehr über unsere Vergangenheit als über die Gegenwart erzählen
• wie Verständnis und bewusste Wahrnehmung den ersten Schritt zu mehr innerer Freiheit eröffnen
Diese Folge lädt dich ein, Schuld und Scham mit neuen Augen zu betrachten. Als Hinweise auf Erfahrungen, die dich geprägt haben. Denn je besser du ihre Geschichte verstehst, desto bewusster kannst du deinen eigenen Weg gestalten. Und genau da kann innere Freiheit beginnen.
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen bei Schamanisch Leben.
00:00:03: Ich bin Petra und in diesem Podcast begleite ich dich dabei, dich selbst und das Leben bewusster wahrzunehmen, Zusammenhänge zu erkennen und deinen eigenen Weg bewusst zu gestalten – so wird es zu dir passt!
00:00:16: Schön, dass du heute wieder mit dabei bist.
00:00:20: In den vergangenen beiden Folgen haben wir gemeinsam angeschaut wie wir zu dem Menschen geworden sind der wir heute sind.
00:00:28: Wir haben darüber gesprochen, dass unser Denken und so Fühlen unter unserem Handeln nicht einfach zufällig entstehen.
00:00:35: Sie entwickeln sich aus unseren Erfahrungen – Aus den Menschen mit denen wir aufgewachsen sind, aus unserem Umfeld Und aus den vielen Prägungen die wir im Laufe unseres Lebens aufgenommen haben.
00:00:47: In der letzten Folge ging es dann um die Frage warum Veränderung oft so schwer fällt Warum wir manchmal genau wissen, was uns gut tun würde und trotzdem immer wieder ähnlich reagieren?
00:01:01: Heute möchte ich diesen Gedanken noch ein Stück weiter führen.
00:01:05: Und es gibt zwei Gefühle an denen wir sehr gut erkennen können wie Starkprägungen unser Leben beeinflussen können.
00:01:14: Diese beiden Gefühlen sind Schuld und Scham – fast jeder Mensch kennt sie!
00:01:20: Und trotzdem sprechen wir erstaunlich selten darüber.
00:01:25: Vielleicht erinnerst du dich ja in eine Situation, in der du dich entschuldigt hast – obwohl du eigentlich gar nichts falsch gemacht hattest?
00:01:34: Oder an einem Moment, in dem du Ja gesagt hast, obwohl ihr alles Nein sagte!
00:01:40: Vielleicht hast du dich auch schon einmal dafür geschehen traurig zu sein oder für Hilfe zu brauchen.
00:01:46: Vielleicht hast Du Dich zurückgenommen, Dich kleiner gemacht oder dich gefragt, ob du wirklich gut genug bist.
00:01:54: Viele dieser Momente erleben wir ganz automatisch.
00:01:58: Wir denken kaum darüber nach!
00:02:00: Sie fühlen sich einfach selbstverständlich an – fast so als gehörten sie zu unserer Persönlichkeit.
00:02:07: Doch genau in dieser Stelle lohnt es sich einen Moment
00:02:10: innezuhalten.".
00:02:13: Denn woher kommt dieses Gefühl eigentlich?
00:02:16: Ist es wirklich ein Ausdruck dessen, wer du heute bist oder erzählt das etwas über Erfahrungen die du irgendwann in deinem Leben gemacht hast.
00:02:28: Ich glaube dass wir Schuld und Scham häufig missverstehen!
00:02:32: Wir betrachten sie oft als Beweis dafür, dass mit uns etwas nicht stimmt.
00:02:37: dabei sind Sie zunächst einmal Gefühle Und Gefühle entstehen nie einfach grundlos.
00:02:44: Sie haben einige Geschichte!
00:02:47: Bevor wir tiefer in das Thema eintauchen, möchte ich deshalb einen wichtigen Unterschied klären – denn Schuld und Scham werden im Alltag oft in einem Atemzug genannt.
00:02:59: Dabei beschreiben sie etwas ganz unterschiedliches….
00:03:04: Bezieht sich auf unser Handeln, sie entsteht dann wenn wir das Gefühl haben einem anderen Menschen geschadet zu haben.
00:03:12: Vielleicht haben wir jemanden verletzt vielleicht haben wir ein Versprechen nicht gehalten oder wir bereuen eine Entscheidung die wir getroffen haben.
00:03:21: Schuld richtet den Blick auf eine handlung.
00:03:23: Sie fragt habe ich etwas getan dass für einen anderen menschen folgen hatte?
00:03:30: Aus meiner Sicht ist Schuld deshalb zunächst einmal gar nichts Schlechtes.
00:03:33: Sie gehört zu unserem menschlichen Miteinander, sie hilft uns Verantwortung zu übernehmen.
00:03:38: Sie erinnert uns daran dass unser Handeln Auswirkungen hat und sie eröffnet die Möglichkeit etwas wieder in Ordnung zu bringen.
00:03:46: Vielleicht kennst du das selbst.
00:03:48: Du merkst, dass du jemanden verletzt hast und entschuldigst dich, er sprecht miteinander – und eure Beziehung kann dadurch sogar wachsen!
00:03:56: In diesem Sinn erfüllt Schuld eine wichtige Aufgabe.
00:04:00: Scham funktioniert ganz anders.
00:04:02: Sie richtet sich nicht auf unser Handeln, sie richtet es sich auf uns selbst.
00:04:08: Während Schuld sagt ich habe einen Fehler gemacht, flüstert Scham mit mir.
00:04:15: nimmt etwas nicht.
00:04:17: Und genau deshalb wirkt Scham oft viel, viel tiefer!
00:04:22: Denn wenn ich glaube dass ich selbst falsch bin dann betrifft das nicht nur eine einzelne Situation.
00:04:29: Dann beginnt dieses Gefühl mein Bild von mir selbst zu prägen.
00:04:35: Viele Menschen tragen Scham in sich ohne sie überhaupt als Scham zu erkennen.
00:04:41: Sie möchten alles richtig machen.
00:04:42: Sie möchten niemanden enttäuschen, sie übernehmen Verantwortung für Dinge die gar nicht ihre Verantwortung sind.
00:04:49: Sie stellen Ihre eigenen Bedürfnisse immer wieder hinten an.
00:04:52: Von außen wirkt das oft freundlich hilfsbereit rücksichtsvoll doch darunter liegt häufig eine ganz andere Frage – eine Frage, die selten ausgesprochen wird.
00:05:05: Reiche ich eigentlich so wie ich bin?
00:05:10: Diese Frage begleitet viele Menschen über Jahre, manchmal sogar ein ganzes Leben.
00:05:17: Und genau deshalb lohnt es sich, Schuld und Scham einmal genauer anzuschauen.
00:05:22: Denn keines dieser beiden Gefühle entsteht einfach aus dem Nichts!
00:05:26: Beide entwickeln sich Schritt für Schritt und sie entstehen fast immer dort wo Menschen miteinander leben – und genau darüber sprechen wir jetzt.
00:05:38: Wenn wir heute auf unser Leben schauen, wird vieles ganz selbstverständlich.
00:05:42: Wir denken auf eine bestimmte Weise, wir fühlen auf eine bestimmtweise, wir treffen Entscheidungen und meistens haben wir das Gefühl dabei.
00:05:51: so bin ich eben doch genau da stimmt oft nur zum Teil denn unsere Persönlichkeit ist nicht einfach irgendwann fertig.
00:06:00: sie entwickelt sich In Beziehung zu anderen Menschen, durch Erfahrungen und durch das was wir im Laufe unseres Lebens gelernt haben.
00:06:10: Deshalb lohnt sich manchmal auch hier der Blick zurück!
00:06:14: Da geht es nicht darum in der Vergangenheit zu bleiben.
00:06:18: Es geht darum die Gegenwart besser zu verstehen.
00:06:22: Kein Kind kommt mit einem fertigen Gefühl von Schuld oder Scham auf die Welt.
00:06:28: Ein kleines Kind ist zunächst einfach neugierig.
00:06:31: Es will die Welt entdecken, es probiert aus.
00:06:34: Es stellt Fragen, es folgt seinem natürlichen Impuls.
00:06:38: Erst nach und nach landet es welche Reaktionen sein Verhalten auslöst.
00:06:44: Es erlebt an Freude, es erlebt Ärger.
00:06:47: Es wird vielleicht gelobt oder korrigiert, es erlebt Nähe und manchmal auch Distanz.
00:06:54: Kinder nehmen unglaublich viel wahr.
00:06:57: Sie nehmen nicht nur das wahr, was gesagt wird.
00:07:00: Sie spüren auch Stimmungen!
00:07:02: Sie bemerken einen Blick eine veränderte Stimme ein tiefes Ausatmen, ein Schweigen.
00:07:09: All das erzählt Ihnen etwas darüber ob sie gerade willkommen sind oder nicht und weil Kinder auf Beziehung angewiesen sind orientieren sich daran.
00:07:27: freuen sich die anderen.
00:07:29: So ist es sicher!
00:07:31: Und manchmal lernen sie eben auch so lieber
00:07:35: nicht.".
00:07:36: Das geschieht meistens ganz still, fast unbemarkt.
00:07:39: Es ist kein bewusster Landprozess und genau deshalb wirkt er später oft so selbstverständlich.
00:07:47: Vielleicht hast du als Kind Sätze gehört wie sei brav, reiß dich zusammen, stell dich nicht zu an oder ah jetzt macht doch keine Umstände.
00:07:56: Vielleicht wurden diese Sätze aber auch nie ausgesprochen, manchmal reicht ein Blick oder ein enttäuschter Gesichtsausdruck.
00:08:04: Vielleicht waren deine Eltern selbst sehr belastet vielleicht hatten sie wenig Kraft dann mussten Sie gar nichts erklären.
00:08:11: du hast Ihre Stimmung trotzdem wahrgenommen.
00:08:15: Kinder sind darin unglaublich feinfühlig!
00:08:19: Sie versuchen zu verstehen wie ihre Welt funktioniert und sie ziehen ihre eigenen Schlüsse.
00:08:26: Das ist dann nicht, weil diese Schlüsse objektiv richtig sind.
00:08:30: Das ist so.
00:08:31: sie helfen ihnen sich sicher zu fühlen!
00:08:35: Aus einer einzelnen Erfahrung entsteht meistens noch keine tiefe Prägung doch wenn ähnliche Erfahrungen immer wieder gemacht werden entwickelt sich nach und nach ein innerer Maßstab Und irgendwann passiert etwas entscheidendes Die Stimmen von außen werden zu Stimmen im Inneren.
00:08:59: Am Anfang sagt vielleicht ein anderer Mensch, du bist egoistisch!
00:09:05: Viele Jahre später sagt das niemand mehr und trotzdem taucht dieser Satz plötzlich in dir auf oder du möchtest einmal nein sagen und sofort meldet sich eine innere Stimme.
00:09:17: Das kannst Du doch nicht machen.
00:09:19: die anderen sind bestimmt enttäuscht oder das gehört sich nicht.
00:09:24: Wir erleben diese Gedanken oft so, als wären sie unsere eigene Überzeugung.
00:09:30: Dabei sind Sie häufig viel viel älter – Sie stammen aus einer Zeit in der wir Orientierung gesucht haben!
00:09:38: Heute leben wir vielleicht längst unter ganz anderen Bedingungen und trotzdem reagieren wir noch immer nach all diesen alten inneren Maßstäben.
00:09:49: Ich möchte dir dazu wieder eine kleine Geschichte erzählen.
00:09:53: Stellt ihr wieder Anna vor.
00:09:55: Anna arbeitet viel, sie kümmert sich um ihre Familie und ist für Freunde da – auf Sie ist immer Verlass!
00:10:03: Eines Tages lädt eine Freundin sie zu einem gemeinsamen Abend ein.
00:10:09: Ja, Anna freut sich darüber doch je näher der Termin rückt, desto deutlicher spürt sie Ihre Erschöpfung.
00:10:16: Alles in Ihr wünscht sich einen ruhigen Abend einfach zu Hause bleiben.
00:10:21: Nichts mehr müssen, sie spürt das ganz deutlich und genau in diesem Moment tauchen Gedanken auf wie jetzt kannst du doch nicht absagen!
00:10:32: Sie freut sich auf dich.
00:10:33: ah und nahe ist sie enttäuscht.
00:10:36: Noch bevor Anna überhaupt eine Entscheidung getroffen hat, fühlt sie sich schuldig.
00:10:41: Also geht sie – den ganzen Abend!
00:10:43: Sie lächelt und erhält sich.
00:10:45: Sie versucht aufmerksam zu sein doch innerlich macht sie immer deutlicher wie erschöpft sie ist.
00:10:52: Als sie später nach Hause kommt, agiert sie sich über sich selbst.
00:10:56: Vielleicht kennst du solche Situationen?
00:10:59: Nicht unbedingt bei einer Einladung vielleicht im Beruf oder in deiner Familie oder Partnerschaft.
00:11:06: mich beschäftigt in solchen Momenten immer eine ganz bestimmte Frage.
00:11:12: Wer hat Anna eigentlich verpflichtet hinzugehen?
00:11:16: War es wirklich ihre Freundin oder war es eine alte innere Stimme?
00:11:23: Vielleicht hätte Ihre Freundin völlig verständnisvoll reagiert, vielleicht hätte sie sogar gesagt, erhole dich gut, wir treffen uns einfach ein anderes Mal!
00:11:34: Anna hatte gar keine Möglichkeit, das herauszufinden.
00:11:38: Denn ihre Entscheidung war innerlich längst gefallen!
00:11:42: Da ging es nicht um die Situation – Es ging um einen Maßstab den sie irgendwann in ihrem Leben übernommen hat.
00:11:50: und genau hier passiert etwas dass wir alle kennen Wir verwechseln unsere Gefühle mit unserer Wahrheit.
00:11:59: Ein Gefühl fühlt sich immer echtern Und das ist es auch, es ist wirklich da Aber das bedeutet noch nicht, dass es die Gegenwart beschreibt.
00:12:08: Manchmal erzählt es von einer Erfahrung, die viele Jahre zurückliegt.
00:12:14: Die Situation heute ist längst eine andere.
00:12:18: Das Gefühl ist geblieben.
00:12:20: Deshalb hilft es oft auch nur begrenzt sich selbst zu sagen Ich muss doch kein schlechtes Gewissen haben.
00:12:27: Unser Verstand versteht das vielleicht.
00:12:30: Unser Inneres braucht häufig etwas anderes.
00:12:33: Es braucht neue Erfahrungen, es braucht Zeit und vor allem braucht das Verständnis.
00:12:40: Denn erst wenn wir verstehen woher ein Gefühl kommt kann sich unser Umgang damit verändern!
00:12:47: Und genau darüber möchte ich im letzten Teil dieser Folge mit dir sprechen – und genau darüber.
00:12:56: Bis hierher haben wir darüber gesprochen, wie Schuld und Scham entstehen können.
00:13:01: Und vielleicht hast du dich an der einen oder anderen Stelle selbst wiedererkannt?
00:13:05: Die spannende Frage ist jetzt – Wie können diese Gefühle ihre Macht
00:13:11: verlieren?!
00:13:12: Viele Menschen wünschen sich Schuld oder Scham einfach loszuwerden.
00:13:16: Das kann ich auch gut verstehen, denn beide Gefühle können sehr belastend sein!
00:13:21: Doch ich glaube genau an dieser Stelle entsteht oft ein Missverständnis.
00:13:26: Gefühles sind keine Gegner – sie gehören zu unserem inneren Orientierungssystem.
00:13:33: Aus Schuld und Scham hatten ursprünglich eine wichtige Aufgabe.
00:13:38: Sie haben Menschen dabei geholfen, in Gemeinschaften miteinander zu leben.
00:13:42: Sie machten aufmerksam wenn das eigene Verhalten Folgen für andere hatten.
00:13:47: Sie unterstützten das Zusammenleben.
00:13:50: In diesem ursprünglichen Sinn sind Schuld und Scham keine schlechten Gefühle.
00:13:55: Schwierig wird es erst dann Wenn sie immer wieder durch alte Erfahrungen ausgelöst werden.
00:14:02: Dann reagieren sie nicht mehr auf das was heute geschieht.
00:14:06: Sie reagieren auf das, was unser Inneres irgendwann gelernt hat und genau deshalb verändert Verständnis oft mehr als Selbstverurteilung.
00:14:15: Viele Menschen setzen sich selbst unter Druck.
00:14:18: sie denken ich müsste endlich selbstbewusster sein.
00:14:22: Ich dürfte mich nicht immer schuldig fühlen oder warum schaffe ich das immer noch nicht?
00:14:28: Doch dabei entsteht häufig nur eine weitere Ebene.
00:14:31: Wir beginnen, uns für unsere Gefühle zu verurteilen und das macht alles noch viel, viel schwerer.
00:14:38: Ich möchte dir deshalb eine andere Sichtweise anbieten.
00:14:41: Stell dir vor, Schuld und Scham wären keine Richter sondern Boten!
00:14:46: Sie bringen dir eine neue Nachricht.
00:14:49: Die Frage lautet da nicht wie werde ich dieses Gefühl endlich los?
00:14:55: Sondern was möchte mir dieses Gefühl
00:14:59: zeigen?!
00:15:00: Vielleicht zeigt es dir, dass dir ein Mensch wirklich wichtig ist.
00:15:04: Dann kann Schuld ein Hinweis sein für Verantwortung zu übernehmen!
00:15:08: Vielleicht zeigt dir das Gefühl aber auch etwas ganz anderes – einen alten inneren Maßstab, einen Satz den du irgendwann übernommen hast.
00:15:19: Sätze wie Ich muss es allen recht machen.
00:15:22: ich darf niemandem enttäuschen meine Bedürfnisse sind viel weniger wichtig als die der anderen.
00:15:29: Wenn wir beginnen, solche inneren Sätze wahrzunehmen verändert sich etwas.
00:15:35: Zwischendem Gefühl und unserer Reaktion entsteht ein kleiner Raum.
00:15:43: Das Gefühl ist noch da aber wir folgen ihm nicht mehr automatisch.
00:15:48: Und genau in diesem kleinen Raum beginnt Freiheit Denn dort können wir zum ersten Mal bewusst entscheiden.
00:15:59: Nicht jede innere Stimme muss bestimmen, wie wir handeln!
00:16:03: Vielleicht kennst du diesen Moment?
00:16:05: Du möchtest Nein sagen und sofort meldet sich das schlechte Gewissen.
00:16:10: Früher hättest du wahrscheinlich sofort Ja gesagt.
00:16:13: heute bemerkst du zunächst einmal das Gefühl und dann nimmst du wahr da ist gerade Schuld oder da ist grade Scham.
00:16:21: Allein diese Wahrnehmung verändert bereits etwas, denn in diesem Moment bist du nicht mehr vollständig mit dem Gefühl verschmolzen.
00:16:30: Du bist auch diejenige, die das Gefühl wahrnimmt!
00:16:34: Und genau das ist der entscheidende Unterschied.
00:16:36: aus schamanischer Sicht bedeutet Wahrnehnung vielmehr als Beobachtung.
00:16:42: Wahrnehnung heißt, mit dem in Beziehung zu gehen was sich gerade zeigt ohne es sofort zu bewerten ohne sofort handeln zu müssen, einfach erst einmal wahrzunehmen.
00:16:56: Auch dann wenn das Gefühl unangenehm ist?
00:16:59: Vielleicht fragst du dich jetzt heißt er sich?
00:17:01: soll Schulter oder Charme einfach akzeptieren?
00:17:04: Nein natürlich nicht!
00:17:05: Darum geht es nicht.
00:17:07: Es geht zunächst darum zu verstehen Denn erst wenn wir verstehen können wir unterscheiden.
00:17:14: Beschreib dieses Gefühl gerade wirklich die Situation in der ich mich befinde oder erzählt es von einer Erfahrung, die schon lange zurück liegt.
00:17:25: Die Befrage kann unglaublich viel verändern und sie führt uns zurück zu etwas das sehr wichtig ist.
00:17:33: Handle ich gerade aus einer bewussten Entscheidung heraus?
00:17:39: Oder folgt mein inneres einem alten Muster?
00:17:43: Je häufiger wir uns diese Frage stellen, desto mehr verändert sich unser Leben.
00:17:48: Ja, nicht unbedingt über Nacht auch nicht mit einer einzelnen Erkenntnis sondern Schritt für Schritt.
00:17:54: Mit jeder Situation in der wir kurz innehalten – mit jeder Entscheidung die wir etwas bewusster treffen und mit jeder neuen Erfahrung, die unserem Inneren zeigt.
00:18:05: heute darf ich anders entscheiden!
00:18:08: Heute darf ich neue Erfahrungen machen.
00:18:11: Heute darf Ich meinen eigenen Weg gehen.
00:18:15: Vielleicht ist genau das einer der schönsten Gedanken dieser Folge.
00:18:21: Schuld und Scham erzählen häufig davon, was wir einmal lernen mussten – sie erzählen nicht zwangsläufig davon, wer wir heute sind!
00:18:31: Wer wir Heute sind entdecken wir immer mehr in den Momenten, in denen wir bewusst wahrnehmen und bewusst entscheiden.
00:18:41: Zum Abschluss möchte ich dir deshalb gerne wieder einen kleinen Wahrnehmungsimpuls mitgeben.
00:18:47: Achte in den nächsten Tagen einmal auf eine Situation, in denen du dich sofort entschuldigst oder indem du dich kleiner machst als du eigentlich bist!
00:18:58: Vielleicht möchtest Du eine Grenze setzen?
00:19:00: Vielleicht mögst Du um Hilfe bitten?
00:19:02: Vielleicht Möchtest es so Nein
00:19:03: sagen?!
00:19:04: Wenn Dir ein solcher Moment begegnet, halte einfach einen Augenblick inne und stelle dir zwei Fragen.
00:19:13: Spricht gerade die Situation oder spricht eine Erfahrung aus meiner Vergangenheit?
00:19:20: Du musst darauf nicht sofort eine Antwort finden, es reicht vollkommen neugierig zu werden!
00:19:26: Denn genau dort beginnt bewusste Wahrnehmung.
00:19:29: Unbewusste wahrnehmen ist oft der erste Schritt zur einer neuen Entscheidung.
00:19:35: Es ist schön dass du heute wieder mit dabei warst Und wenn dir diese Folge gefallen hat, freue ich mich auch sehr darüber.
00:19:42: Wenn du meinen Podcast abonnierst oder ihn mit einem Menschen teilst für den dieses Thema gerade hilfreich sein könnte und bis wir uns in der nächsten Folge wieder hören wünsche ich dir viele kleine Momente, in denen du dir selbst mit Offenheit und viel Verständnis begegnest!
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